Internationale Gitarrenwoche 2012
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 Seckau 2012 Kopie

Das Internationale Gitarrenfestival Seckau fand 2012 zum 13. Mal statt. Es gab wieder vier Konzerte, Gitarrenausstellungen und natürlich Unterricht für Gitarristinnen und Gitarristen aller Altersgruppen.
Die Abtei Seckau bot wie immer das optimale Umfeld.

Das Eröffnungskonzert am Samstag den 21. Juli bestand aus zwei Teilen. Der erste Teil war jungen Gitarrentalenten gewidmet. Melanie Hauswirtshofer und Matthias Winterholer, zwei hochbegabte junge Virtuosen, beide 1. Preisträger des Bundes-Wettbewerbes "Prima la Musica", durften im Kaisersaal ihr Können unter Beweis stellen. Die zwölf Jahre junge Melanie Hauswirtshofer begann ihr Programm mit dem Präludium 998 in D-Dur von Johann Sebastian Bach und spielte dann sehr überzeugend ein Programm quer durch die Epochen, von Mertz über Koshkin bis zu einem mitreissenden El Vito von Azpiazu.

matthiasMatthias Winterholer, seit Jahren treuer Teilnehmer beim Gitarrenfestival Seckau, begann ebenfalls mit Musik von Johann Sebastian Bach, mit zwei Gavotten. Wunderbar musikalisch trug er diese vor. Sein abwechslungsreiches Programm setzte er mit 4 Capricen von Legnani fort, um dann mit Don Julian, einem Tango von Maximo Diego Pujol zu schließen. Als Zugabe spiele er Verano Porteno von Astor Piazzolla.  

Zwei würdige Preisträger des österreichischen Jugendmusikwettbewerbes hatten sich damit einem großen Publikum vorgestellt.

  

Nun war die Bühne frei für den legendären tschechischen Gitarristen Vladislav Vladislav_BlahaBláha. Er startete sein anspruchsvolles Programm mit einem Stück von Jorge Morel, "Recuerdos de un viaje" ("Erinnerungen an eine Reise"). Das Stück ist Bláha gewidmet und beschreibt eine gemeinsame Reise Morels mit Bláha. Als zweites Stück spielte der tschechische Maestro eine von ihm selbst bearbeitete Version des "Concerto L' Estro Armonico" von Antonio Vivaldi. Original ist dieses Werk für zwei Violinen, Cello und Streichorchester komponiert, für Gitarre solo natürlich unglaublich schwierig zu spielen. Einen weiteren Programmpunkt bot Nikita Koshkins bekannter "Usher Waltz", ein Vladislav Bláha gewidmetes Stück, das programmatisch in schauriger Weise eine Horrorgeschichte von Edgar Allen Poe nacherzählt. Weiters gab es zwei wunderbare Stücke von Manuel de Falla zu hören. Abschließend spielte Bláha noch Variationen über ein katalanisches Volkslied von John Duarte. Ein sehr gelungener Konzertabend im ausverkauften Kaisersaal in Seckau.

 

debs_fruscella_duo_fr_homepageDer nächste Höhepunkt war das Konzert des Duos Rania Debs/Antonio Fruscella. Die libanesische Pianistin und der italienische Gitarrist, die zusammen in Paris leben, hatten das Publikum von Anfang an in ihrem Bann. Das Programm bestand aus zwei Hälften, der erste Teil war in klassischer Tradition gehalten, der zweite spannte eine Brücke zwischen klassischer Musik und populärer Musik.  Das erste Stück war eine typisch klassische Sonatina von Anton Diabelli, ein unterschätzter Komponist der Wiener Klassik, der heute vor allem als Verleger bekannt ist. Der zweite Programmpunkt waren Variationen von Ludwig von Beethoven bei denen sich die Gitarre und das Klavier als Solo und Begleitinstrument abwechselten. Vor der Pause gab es noch eine wunderbare Fantasie von Hans Haug zu hören. Nach der Pause spielte das Duo ihre eigene Bearbeitung der "Siete canciones populares espanolas" von Manuel de Falla. Original ist dieses Werk für Gesang und Klavier, die Bearbeitung für Gitarre und Klavier lässt diese spanischen Volkslieder als Lieder ohne Worte ganz neu erscheinen. Die Gitarre als das Instrument Spaniens, passt sehr gut zu diesen Stücken. Der Rest des Konzertes führte das Publikum nach Brasilien. Eine Sonatina von Gnattali, mit brasilianischer Rhythmik und gesanglichen Melodien und ein Lied von Garoto bildeten den Abschluss. Ein wunderbares Konzert!
Noch ein Detail: Rania Debs erwartet Zwillinge, somit gab es eigentlich sogar ein Quartett zu hören.

 

 Am Freitag gab es beim Gitarrenfestival Seckau erstmals ein Volksmusik-Konzert zu Vilsleitnmusi 3hören. Die Vilsleit'nmusi, bestehend aus Harti Pilsner und Sissi Kagerl spielten auf ihren Hanika Gitarren (die beiden Musiker sind Vertreter der Firma Hanika) groß auf. Die beiden aus Niederbayern stammenden Musiker spielten Volksmusik für Zupfinstrumente aus ganz Mitteleuropa, ausgehend von den Sammlungen Tobi Reiser  bis zu Volksmusik aus Nortitalien und vielen eigenen Kompositionen. Als „Echte Volksmusik“ aus dem gesamten Salzburger/ Oberösterreichischen/ Niederbayrischen Raum beschreiben sie selbst ihr Repertoire. Die beiden Musikanten spielten auch mit Bandoneon und steirischer Harmonika. Ein sehr stimmungsvolles Konzert in einem Festival, das damit auch die Grenzen der „klassischen“ Gitarre weiter spannte.

 

Den abschließenden Höhepunkt bildete wie jedes Jahr das Konzert der Kursteilnehmer. In einer Stunde konzentrierter Gitarrenmusik in verschieden großer Besetzung konnte das Publikum das Erlernte der jungen und jung-gebliebenen Kursteilnehmer bestaunen. Die musikalischen Leistungen scheinen sich noch immer Jahr für Jahr zu steigern, obwohl jedes Mal schon ein unübertreffliches Programm geboten wird.
Den Beginn und das Ende bildeten das Festival Gitarren Orchester, bestehend aus allen Teilnehmern unter der Leitung von Johann Palier. Dazwischen gab es von verschiedenen Solisten über Duos und Trios bis zum Gitarrenquintett die Vielseitigkeit der Gitarre in unterschiedlichsten Stilistiken und Epochen zu bestaunen. Nicht zu übersehen war auch der Spaßfaktor beim Gitarrenfestival Seckau. Ein wichtiges Konzept dieses Festivals ist es die Freude an der Musik mit der für große Leistungen notwendigen Arbeit zu verbinden. 

Gitarrenorchester Seckau 2012: Take Five (Arr.: Steflitsch / Palier)

    

                                                                                   

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